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Samstag, 12. Juni 2004
Niklas Zennström

Foto: Werner Pluta
Die Erfinder von Skype haben einen Dienst für Internet-Fernsehen entwickelt. «Joost» heißt er und ermöglicht das Anschauen von Sendungen zur selbst gewählten Zeit.
 
 
Von Werner Pluta, München

Die Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis haben ein neuartiges System für Internet-Fernsehen entwickelt. Ähnlich wie das Internet-Telefonie-System Skype basiert auch «Joost» auf dem Peer-to-Peer-Prinzip (P2P). Das bedeutet, die Videos werden nicht von einem Server heruntergeladen, sondern jeder in dem P2P-Netz angemeldete Rechner verteilt die Daten weiter.

Über «Joost» sollen Nutzer die Sendungen ihrer Wahl auf Abruf («on demand») ansehen können. «Eines der Probleme des Fernsehens heute ist, dass man nicht immer anschauen kann, was man sehen will und wann man es sehen will», sagt Zennström im Gespräch mit Netzeitung.de. «Wenn eine Sendung um 21:15 Uhr anfängt, muss man um 21:15 Uhr vor dem Fernsehen sitzen, außer man hat einen Videorekorder und vorab daran gedacht, die Sendung aufzuzeichnen.» «Joost» hingegen ermögliche es Zuschauern, Sendungen, die sie interessieren, dann anzuschauen, wann sie es wollen.

 
 
«Professionell produzierte Inhalte»

Die Sendungen, die über das Netz abgerufen werden können, sind jedoch keine von den Nutzern erstellte und hochgeladene Videos. «Wir setzen auf professionell produzierte Inhalte», sagt Zennström und verspricht den Nutzern «ein Fernseherlebnis über das Internet». Und das ist für die Nutzer sogar kostenlos - der Dienst soll über Werbung finanziert werden.

Ein Modell, das Erfolg haben könnte: Erst kürzlich kam eine britische Studie zu dem Schluss, dass der Werbemarkt für Online-Videos in den nächsten Jahren stark wachsen werde. Doch auch wenn von Nutzern erstellte Videos in Zukunft einen großen Teil des Marktes ausmachen, werden die Werbeeinnahmen trotzdem überwiegend in den Kassen der professionellen Anbieter landen. Angaben darüber, wie viele Anbieter in der aktuell laufenden Testphase bereits ihre Inhalte über «Joost» verteilen, konnte Zennström nicht machen.

Hybrides System

Wie Skype ist auch «Joost» ein so genanntes hybrides P2P-System. Das bedeutet, es gibt immer noch zentrale Server, über die die Videoinhalte in das System eingespeist werden. Wie bei Skype die Telefonate von einem Rechner zum nächsten im Netz bis zum Ziel weitergeleitet werden, so verteilen die auch dem «Joost»-Netz angeschlossenen Rechner die Videos weiter.

Die erste auf dem Peer-to-Peer-Prinzip basierende Anwendung, die Zennström und Friis zusammen entwickelt haben, war die Daten-Tauschbörse Kazaa. Anders als die beiden Nachfolger war Kazaa ein komplett dezentrales System, das ohne Server auskam. Da über Kazaa und andere auf der P2P-Technik basierende Tauschbörsen sehr viele Daten illegal verteilt wurden, galt diese Technik den Inhalteanbietern wie Filmstudios oder Plattenfirmen als Piratentechnik. Inzwischen ändern einige Anbieter ihre Einstellung und beginnen ihre Inhalte auch über P2P-Börsen zu vermarkten.

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Kommentare (2)
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1. 03-05-2007 09:24
 
Wer lesen kann ist klar im Vorteil...
Nein, kann man nicht, steht doch in dem Artikel. 
Für private Videos gibts doch mittlerweile genug Anlaufstellen, oder nicht?
IP: 195.145.160.202
Gast
 
zwockel
2. 16-03-2007 17:15
 
Wie jetzt?
Wie jetzt? Kann man als Privatperson seine Filme auf Joost veröffentlichen oder nicht?
IP: 85.180.12.2
Gast
 
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